Wichtige Hinweise zur Herstellung hohwertiger Stickerei
1. Optik
Für ein optimales Erscheinungsbild der fertigen Stickerei ist v.a. der Puncher (erstellt die Stickmuster-Datenträger für die Stickmaschine) verantwortlich. Kriterium ist hierbei die Wahl der richtigen Stichdichte, um eine perfekte Deckkraft des Stickgrundes zu erreichen. Ist die Stichdichte zu niedrig (spart Stiche, Zeit und Geld,) schimmert der Stoff durch oder ist die Dichte zu hoch gewählt, kann es zu häufigen Fadenbrüchen kommen. Auch die Stichlängen sind zu beachten, denn zu kleine, kurze Stiche (ca.< 1 mm) können zu Fadenbrüchen oder Schlaufenbildung führen. Zu lange Stiche (ca. > 1cm) hingegen können beim Waschen oder Tragen beschädigt werden.
Grundsätzlich muss entschieden werden, ob ein glänzendes (Viskose, Polyester-Maschinenstickgarn) oder ein mattes (Baumwolle, Polyesternähfaden) Stickbild gewünscht wird. Im Glanzbereich setzen sich neben Stickgarnen aus Viskose auch immer mehr Garne aus 100% PES trilobal durch. Dies nicht zuletzt wegen der deutlich besseren Wasch- und Gebrauchsechtheiten. Unser innovatives Produkt ISALON ersetzt die Viskose durch seinen seidigen Glanz und dem extrem weichen Griff heute problemlos und mit dem universellen, robusten ISACORD haben wir ein vollständiges und zeitgerechtes Sortiment, das für jede Stickerei angewandt werden kann.
Bezüglich der Garnstärke ist der Standard Nr. 40 bei Stickgarnen (eigentlich eine Baumwollnummerierung), die einer Nähgarnnummerierung 120 entspricht. Etwas gröber wäre Nr. 30 bei Stickgarnen und Nr. 75 bis 80 bei Nähgarnen.
Für eine konstante und exakte Farbtreue vom Erstmuster zur Produktionsmenge sollte darauf geachtet werden, dass bei Spulwechseln die gleiche Partienummer innerhalb einer Produktionscharge verwendet wird. Kleinere, natürlich innerhalb branchenüblicher Farbtoleranzen liegende Abweichungen, sollten dann bei richtiger Anwendung nicht zum Tragen kommen.
Das Stickbild soll glatt und plan auf dem Stoff liegen und keine Falten schlagen, d.h. der Stoff muss vor dem Stickprozess gut in den Einzel- oder Bordüren-Rahmen eingespannt werden und auch die Fadenspannung muss optimal eingestellt sein. Der Unterfaden darf keinesfalls auf der Vorderseite sichtbar sein. Wenn Sie das Stickbild auf der Rückseite betrachten, sollte ein gleichmäßiger Fadeneinzug sichtbar sein. Die Stickerei sollte erhaben auf dem Stickgrund liegen, wofür in der Regel ein Stickvlies auf der Rückseite verwendet wird, um zu verhindern, dass die Stiche im Stoff versinken. Wird auf Frottee oder Samt gestickt, sind wasser- oder hitzelösliche Folien aufzulegen, so dass auch hier die Stiche nicht zwischen den Schlaufen verschwinden. In diesem Zusammenhang müssen auch die Koch-Schrumpfwerte der Garne berücksichtigt werden, v.a. bei großflächigen Stickereien.
Unsere Produkte liegen allerdings mit 0,5 % bei ISACORD, <1% bei ISAFIL und <2% bei Baumwollgarnen im problemlosen Bereich.
Bei Lederstickereien sollten spezielle Sticknadeln (z.B. System DBxK5) verwendet werden, die ein vergrößertes Nadelöhr haben. So ist bei einer dünnen Nadel (z.B. Nm 70 oder 75) ein ruhiger Durchlauf des Garns durch das Öhr gewährleistet, das Einstichloch ist dagegen klein. Dieser Nadeltyp ist grundsätzlich für alle Stickereien zu empfehlen. Zu dicke Nadeln können bei hoher Stichdichte Leder, Kunststoffe oder dünne Stoffe regelrecht perforieren.
2. Technische Daten der Stickgarne
Welches Stickgarn eingesetzt wird, hängt im wesentlichen von der Art und dem Anwendungsbereich des zu bestickenden Kleidungsstücks ab.
Es müssen die Farbechtheiten des Garns geprüft werden. Die Bewertung erhält man nach DIN/ISO Messungen bzgl. Lichtechtheit (Skala 1-8), Schweißechtheit (1-5), Waschechtheit bei 95° (1-5), Lösemittelechtheit (1-5), Wasserechtheit schwer (1-5), Reibechtheit trocken (1-5) und Hypochlorit-Bleichechtheit (1-5).
Bei allen Skalen gilt: je höher die Note desto besser die Farbechtheit. In unseren Werkzeugnissen finden Sie keine Durchschnittswerte, sondern garantierte Mindestechtheiten, d.h. die Note wird bei jeder Farbe erreicht, viele Farben erzielen aber noch bessere Echtheitswerte.
Bei diesem Punkt ist zu beachten, dass die Viskose nicht in jeder Farbe chlorecht ist, d.h. auf Jeans (Stonewash, etc.), auf Küchentextilien (Fleckbehandlungen) und Berufsbekleidung muss Polyestergarn verwendet werden. Werden strapazierfähige Teile bestickt, wie z.B. Schuhe, Ski-Bekleidung, Outdoor-Jacken, Sitzbezüge etc., so sollte aufgrund der wesentlich höheren Scheuerfestigkeit ebenfalls ein Polyestergarn eingesetzt werden. Grund: Die Viskose ist vor allem im nassen Zustand sehr empfindlich, da der Faden extrem quillt. Deshalb ist auch ein Trocknen im Wäschetrockner nicht ratsam (s. unsere Pflegesymbole).
Die Garnwahl sollte auf Markengarne fallen. Dies sichert eine gleichbleibende Qualität aufgrund der Verwendung von Markenrohstoffen. Mittels unseres durch ISO 9001 zertifizierten Qualitätsmanagements ist eine kontinuierlich hohe Qualität und Service gewährleistet.
3. Umwelt
Die einzusetzenden Garne sollten keine umwelt- oder gesundheitsschädlichen Stoffe beinhalten (v.a. in Asien noch ein Problem). Unsere Produkte entsprechen dem Ökotex Standard 100 und 115 (Babyartikel). Unsere Augsburger Färberei, als modernste dieser Art in Europa, wurde speziell nach den neuesten ökologischen Standards konzipiert.
Weitere Informationen:
Tel. 0049 / 71 43 / 277 219
Fax 0049 / 71 43 / 277 827
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