Ohne Nahtqualität
keine Produktqualität
Qualität ist gefragt. Von Qualität sprechen viele. Hersteller, Handel und Verbraucher – alle verlangen Qualität. In der nähenden Konfektion bedeutet Produktqualität auch immer Nahtqualität. Produktqualität ohne Nahtqualität ist nicht möglich. Das gilt für alle Anwendungen und alle Bereiche der nähenden Industrie.
Bekleidung
Wenige Errungenschaften beeinflussen das Wohlbefinden so unmittelbar wie die Kleider, die wir auf unserer Haut tragen. Mit keiner anderen Technologie sind Menschen so buchstäblich auf Tuchfühlung. Die Kunst der Kleiderherstellung gehört dabei zu den ältesten Technologien der Menschheit. Schon der Urmensch Ötzi schützte sich mit Tierfellen und Geflechten aus Pflanzenfasern vor kalter Witterung. Die Schutzfunktion der Bekleidung ist bis heute geblieben. Kälte-, Wärme- und Wetterschutz sind nur einige der aktuellen Anforderungen. Hinzu kommt der Wunsch des Menschen sich zu schmücken. Seit Jahrtausenden hat Kleidung auch immer eine schmückende Funktion.
So denken wir heute wie früher bei Bekleidung an Mode bzw. Schönes und an Funktion. Auf beides können die Nähte wesentlichen Einfluss haben. Nähte sind das verbindende Element, machen aus Stoffen erst Kleider. Sie sind oft Zierde und erfüllen die unterschiedlichsten Funktionen. Nähte sind reißfest, elastisch, weich, wasserdicht, witterungsbeständig, pflegeleicht ... je nach gegebener Anforderung. So bestimmen sie immer auch über die Produktqualität.
Heimtextilien
Fast alle Heimtextilien haben Nahtverbindungen. Markisen, Matratzen, Steppdecken, Polstergarnituren, Gardinen, Bettwäsche – sie alle brauchen Nähte für die gewünschte Formgebung. Nähte an Heimtextilien haben vorrangig Halte- und Befestigungsfunktion. Markisennähte verbinden die einzelnen Stoffbahnen zum großen Sonnenschutz. Matratzennähte verbinden den Matratzenstoff mit der gewünschten Vlieseinlage zur weichen Bettunterlage. Polsternähte formen einzelne Nähgutteile zu dreidimensionalen Hüllen. Sind die Nähte am fertigen Modell von außen sichtbar, haben sie zusätzlich schmückende Funktion. Ziernähte auf Polstergarnituren oder dekorative Steppungen auf Steppdecken sind hierfür gute Beispiele.
Bei Heimtextilien sind Naht- und Produktqualität besonders eng miteinander verbunden. Ein Nahtloch im Sofa, eine wellige Gardinensaumnaht oder eine durch Witterungseinflüsse zersetzte Markisennaht zerstören die Produktqualität im Ganzen. Ein Nacharbeiten oder die Reparatur sind oft mit hohem Aufwand verbunden und nicht selten kostenintensiv. Dies ist zusätzlich Motivation zur Fertigung von Qualität.
Technische Textilien
Ob beim textilen Bauen, im Industriebereich oder bei Schutzkleidung – technische Textilien sind immer hochtechnologische und innovative Spezialprodukte. Sie zeichnen sich durch ihre besonderen physikalischen, chemischen oder anwendungstechnischen Eigenschaften aus. Bei ihrer Produktentwicklung steht die Funktion im Vordergrund. So gelten auch für die Nähte besondere Anforderungen. Mitunter kann Leben von den Nähten abhängen. Wenn z.B. Fallschirm- oder Airbagnähte nicht halten, was sie versprechen, ist Leben in Gefahr.
Nähnähte sind eine der wesentlichen Fügeverbindungen für technische Textilien. Sie schaffen eine besonders formflexible und sichere Verbindung für die Herstellung zwei- oder dreidimensionaler Produkte. Auch das Sticken kommt bei technischen Textilien zum Einsatz, z.B. bei der Herstellung von Faserverbundwerkstoffen für Leichtbaustrukturen in der Luftfahrtindustrie. Ob genäht oder gestickt, die in das Textilgut eingebrachten Nähfäden müssen die Funktion und das z.T. anspruchsvolle Anforderungsprofil des gesamten Produktes erhalten bzw. erfüllen.
So unzweifelhaft die Bedeutung der Nahtqualität für die Gesamtqualität, so offen und für viele schwer fassbar ist die Definition von Nahtqualität. Was ist Nahtqualität? Gibt es Standards? Wie kann man Nahtqualität messen? Als erfahrener Spezialist für Nähfäden und Nähte kennt AMANN die Antworten.
Kriterien der Nahtqualität

- Kriterien der Nahtqualität
Qualität, das meint Güte, Beschaffenheit und Eigenschaften. Will man diese für Nähte bewerten, braucht es ein detailliertes Anforderungsprofil. Dabei stellen unterschiedliche Nähte auch unterschiedliche Anforderungen. Airbagnähte, Jeansnähte, Polsternähte – sie alle verlangen eine unterschiedliche Beschaffenheit der Nahtverbindungen und haben ein individuelles Anforderungsprofil.
Dennoch gibt es Kennwerte, die für fast alle Nähte gelten. Ihre Bewertung ist die Basis für die Einschätzung der Qualität. Bei AMANN gehören sie zum Einmaleins des Nähens. Jede Nahtanalyse beginnt mit einer Überprüfung dieser Eigenschaften. Darüber hinaus gibt es individuelle Qualitätskriterien. Sie müssen je nach Anwendung und Funktion erarbeitet werden. Nachfolgendes Schaubild zeigt die wichtigsten Standard-Kennwerte und gibt Beispiele für individuelle Qualitätskriterien.
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"Ohne Nahtqualität keine Produktqualität" aus Focus Band 2
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