Näh- und Stickfäden für Composites und TFP-Stickverfahren

 

Composites, auch bekannt als Faserverbundwerkstoffe, kombinieren geringes Gewicht mit hoher Belastbarkeit und kommen in anspruchsvollen High-Tech-Anwendungen zum Einsatz. Bei der Verarbeitung von Verstärkungsmaterialien wie Carbon- und Glasfasern ist eine präzise und zuverlässige Fixierung der Fasern entscheidend.

Für Anwendungen wie das TFP-Stickverfahren (Tailored Fibre Placement) empfiehlt AMANN Serafil Comphil, einen Polyester-Multifilamentfaden mit einer speziell für Faserverbundanwendungen entwickelten Avivage. Sie bietet eine optimierte Näh- und Stickleistung ohne adhäsionshemmende Eigenschaften zur Composites-Matrix und eignet sich damit auch für nachfolgende Verarbeitungsschritte.

Tailored Fibre Placement (TFP)

AMANN Nähfadenempfehlung für Composites

Beim Tailored Fibre Placement (TFP) werden Carbon- oder Glasfaser-Rovings gezielt abgelegt und mithilfe von Stickstichen fixiert. Auf diese Weise können textile Preforms hergestellt werden, bei denen die Verstärkungsfasern entsprechend den Anforderungen des späteren Composite-Bauteils positioniert werden.

Für die unten dargestellte Composite-Anwendung empfiehlt AMANN Serafil Comphil Etikett 180 (120/2) / Tex 16 für die Fixiernaht. Eingesetzt wird ein 304 Doppelsteppstich (Zickzack) mit Serafil Comphil als Nadel- sowie Spulenfaden. 

 

NahtnummerNahtartStichtypNadelfadenSpulen- bzw. GreiferfadenNadelstärke min. NmNadelstärke min. Nr.
ProduktEtikett Nr.Tex Nr.ProduktEtikett Nr.Tex Nr.
1Abgelegter Roving---------
2Fixiernaht304 Doppelsteppstich (Zickzack)Serafil Comphil180 (120/2)16Serafil Comphil180 (120/2)16659

 

 

 

Anforderungen an Näh- und Stickfäden für Composites

Der zur Fixierung der Verstärkungsfasern eingesetzte Faden ist ein wichtiger Bestandteil des Herstellungsprozesses von Faserverbundwerkstoffen. Abhängig von Fasermaterial, Matrixsystem und Verarbeitungsverfahren können unter anderem folgende Anforderungen bestehen:

  • zuverlässige Näh- und Stickperformance 
  • Kompatibilität mit der Composites-Matrix 
  • keine adhäsionshemmenden Eigenschaften zur Matrix 
  • präzise Fixierung von Carbon- oder Glasfaser-Rovings 
  • gleichmäßige Stichbildung 
  • Eignung für das TFP-Stickverfahren und die Preform-Herstellung 
  • Kompatibilität mit nachfolgenden Composite-Verarbeitungsprozessen 
  • zuverlässige Performance mit dem gewählten Stichtyp und der entsprechenden Nadelstärke 

Die richtige Kombination aus Faden, Fadenstärke, Stichtyp, Nadelstärke, Verstärkungsfaser und Composite-Herstellungsverfahren trägt zu einer zuverlässigen Fixierung der textilen Preform bei.

 

 

Empfohlener Faden: Serafil Comphil

Serafil Comphil ist der Spezialfaden von AMANN für Composite-Anwendungen. Er besteht aus Polyester-Multifilament und ist mit einer speziell für Faserverbundanwendungen entwickelten Comphil-Avivage ausgestattet.

Die spezielle Avivage ermöglicht eine optimierte Näh- und Stickleistung ohne adhäsionshemmende Eigenschaften zur Composites-Matrix. Serafil Comphil eignet sich insbesondere zum Ansticken und Fixieren von Carbon- bzw. Glasfaser-Rovings im TFP-Stickverfahren (Tailored Fibre Placement). 

Für die auf dieser Seite dargestellte Anwendung wird Serafil Comphil Etikett 180 (120/2) / Tex 16 mit einer Mindestnadelstärke von Nm 65 / Nr. 9 eingesetzt. 

 

 

Den richtigen Faden für die Verarbeitung von Composites auswählen

Es gibt keine einzelne Fadenstärke oder keinen einzelnen Verarbeitungsparameter, der für jede Composite-Anwendung gleichermaßen geeignet ist. Die passende Lösung hängt von mehreren Faktoren ab, darunter:

  • Verstärkungsmaterial, z. B. Carbon- oder Glasfaser 
  • verwendetes Matrixsystem 
  • Aufbau der Preform 
  • TFP- oder anderes textiles Verarbeitungsverfahren 
  • Größe und Anordnung der Rovings 
  • Stichtyp und Stichdichte 
  • Fadenstärke  
  • Nadelstärke  
  • nachfolgende Verarbeitungsschritte, z. B. Harzinfusionsverfahren 
  • Anforderungen an das fertige Composite-Bauteil